Ostern steht vor der Tür

In Österreich ist Ostern mit einer Vielzahl an Bräuchen und Traditionen verbunden. Heuer fällt Ostern auf den 4. April. In dieser Ausgabe haben wir uns ganz dem Brauchtum rund um die Osterzeit verschrieben.

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iele der christlichen Brauchtümer haben ihre Wurzeln im Heidentum- so auch das Osterfest. Im christlichen Glauben wird die Auferstehung Jesu zu Ostern gefeiert, zeitlich fällt dies auf das heidnische Frühlingsfest, welches zu Ehren der Wiederkehr von Fruchtbarkeit, das Erwachen der Natur und der Sonne gefeiert wurde. Neben dem Weihnachtsfest gehört das Osterfest in Österreich zu den größten Feierlichkeiten, wobei sich das Osterwochenende immer nach dem Mond richtet. Der Ostersonntag fällt daher frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April, da das Osterwochenende immer nach dem ersten Frühlingsvollmond stattfindet.

Ostermärkte
Tradition in ganz Österreich haben zahlreiche Ostermärkte, die einige Wochen vor Ostern beginnen. Bei diesen Märkten können aufwendig gestaltete Ostereier, Osterhasen, Frühlingsdekorationen für Zuhause aber natürlich auch kulinarische Köstlichkeiten gekauft werden. In der Steiermark ist der bekannteste Ostermarkt der „Oster-Kunsthandwerksmarkt“ am Hauptplatz in der steirischen Landeshauptstadt Graz. Viele Kunsthandwerker laden dabei mitten in der Altstadt zum Verweilen, Schauen und Kaufen ein. Leider ist heuer auch dieser Ostermarkt abgesagt

Bereits eine Woche vor Ostern beginnen die ersten Bräuche
Mit Aschermittwoch (Tag nach Faschingsdienstag) beginnt die 40tägige Fastenzeit, die bis eine Woche vor Ostern dauert. Der Palmsonntag leitet die sogenannte Karwoche ein. Mit dem Palmsonntag beginnen dann auch die ersten Gebräuche rund um die Osterzeit. Bei der „Palmweihe“ wird mit sogenannten „Palmbuschen“ (Sträuße aus Palmkätzchen verziert mit farbenfrohen Bändern), dem Einzug Jesu nach Jerusalem gehuldigt.
In Imst in Tirol gibt es dabei den Brauch der „Palmlatten“, wobei die verzierten Latten bis zu 35 Meter hoch in die Luft ragen. Die Palmkatzerl-Sträußchen werden auch gerne zu Hause gemeinsam mit gelb leuchtenden Forsythien in einer Vase präsentiert und mit bunt gestalteten Ostereiern behängt.
Der Gründonnerstag ist der Donnertag in der Karwoche, bei dem laut christlicher Lehre Jesus das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert hat. Traditionell wird an diesem Tag „grünes Essen“ wie Cremespinat mit Erdäpfel und Spiegelei gegessen, wobei dieser Tag mit der Farbe Grün wenig gemein hat. Die Bezeichnung geht vielmehr auf den althochdeutschen Begriff „grunen“ zurück der „klagen, weinen“ bedeutet. Ab dem Abend bis Karsamstag stehen die Kirchenglocken dann stumm, es heißt im Volksmund, sie fliegen nach Rom. Stattdessen ziehen Kinder mit sogenannten „Ratschen“, hölzernen Klapperinstrumenten durch die Dörfer und sagen Sprüche auf. Dafür gibt es dann Ostereier, Süßigkeiten und Münzen. 2015 wurde das Ratschen in der Karwoche von der UNESCO als „Immaterielles Kulturerbe“ in Österreich anerkannt.
Am Karfreitag wird dem Leiden und Sterben Jesus am Kreuz gedacht und als strenger Fasttag wird an diesem Tag auf Fleisch verzichtet.
Der Karsamstag gilt als Tag der Grabesruhe. Jesus ist gestorben. Am Karsamstag findet die sogenannte „Fleischweihe“ statt.
Der Ostersonntag ist der wichtigste christliche Feiertag. Im familiären Kreis feiert man mit dem Verzehr der geweihten Speisen, regional „Weihfleischessen“ genannt, die Auferstehung Jesus von den Toten.

Ostereier in Hülle und Fülle  
Ostern ist eng mit kunterbunten Eiern verbunden. Ob als Dekoration oder zur Osterjause, Eier sind ein zentrales Merkmal zu Ostern. Das Ei gilt seit Jahrtausenden als Sinnbild neuen Lebens und als Symbol der Fruchtbarkeit. Auch der Hase steht für Fruchtbarkeit, bekannt als Begleiter der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara. Das Verschenken von Ostereiern ist ein weit verbreiteter Brauch. Die Tradition vom Eierfärben geht dabei bis ins Mittelalter zurück. Interessant hierbei ist die Tatsache, dass die Eier bis ins 20. Jahrhundert hinein überwiegend nur in der Farbe Rot gefärbt wurden – die Farbe des Lebens und der Fruchtbarkeit. Eine pragmatische Theorie des Färbens von Eiern beruht darauf, dass während der Fastenzeit keine Eier gegessen werden durften. Um sie haltbar zu machen, wurden die Eier hart gekocht. Um diese später von den rohen Eiern unterscheiden zu können, wurden sie mit Pflanzenteilen eingefärbt.
Neben dem Bemalen und Besticken von ausgeblasenen Eiern gibt es im Burgendland auch den Brauch von geritzten Eiern. Dabei werden mit scharfen Messern feine Muster in bunt gefärbte Eier geritzt- auch „Stinatzer Ostereier“ genannt. Am Osterwochenende erfreuen sich Kinder dann bei der Suche nach versteckten Ostereiern und kleinen Osternestern, oftmals gefüllt mit bunten Eiern und schokoladigen Ostereiern und Schokoladenhasen. Gemeinsam wird dann die schmackhafte Osterjause mit leicht süßlichem Osterbrot, belegt mit geselchten Osterschinken, geriebenen Kren und hart gekochten Eiern genossen.

Osterspeisen- Genuss nach der Fastenzeit        
Vor diesem Gaumenschmaus gibt es, wie bereits oben erwähnt, die Speisensegnung- die sogenannte „Fleischweihe“. Traditionell kommen in den Osterkorb, der dann gesegnet wird, Eier, Brot, Salz, Kren und Schinken. Mit Weihkorbdecken werden die Speisen verhüllt und am Karsamstag in den Kirchen geweiht. In Kärnten gibt es dabei zu Osterschinken und Osterkrainer den beliebten Kärtner Reindling. Ein mit Zucker, Zimt, Rosinen und Nüssen gefüllter süßer Germteig, der der Osterjause ihren süß-herzhaften Geschmack verleiht. Dazu wird Eierkren gereicht. Alternativ zur Osterjause genießt man in Österreich auch den Osterschinken im Brotteig. Weiters darf natürlich süßes Brauchtumsgebäck wie etwa Osterpinzen, Osterstriezel, Osterlamm und Osterkränze aus Germteig nicht fehlen.Ookami /pixabay.com

Weihfeuertragen/Osterfeuer  
In der Steiermark gibt es zu Ostern auch den Brauch des Weihfeuertragens. Dabei bringen Kinder geweihtes Feuer von Haus zu Haus. In Blechdosen werden getrocknete Baumschwämme mit dem geweihten Feuer aus der Kirche zum Glimmen gebracht. Daran befestigt ist ein Draht, um die Dosen schwenken zu können, damit der Rauch verströmt und die Glut nicht ausgeht. Jedes Haus bekommt als Schutz für das nächste Jahr auch ein Stückchen vom Schwamm. Als Belohnung für ihre Mühen bekommen die Kinder dann Süßigkeiten, Ostereier oder Geld. Eine sehr lange Tradition genießen in Österreich auch die Osterfeuer. In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag werden die Osterfeuer angezündet. Die Osterfeuer wurden auch Frühlingsfeuer genannt, da sie zum endgültigen Austreiben des Winters und zum Begrüßen des Frühlings und der Sonne dienten. Im Christentum soll das Feuer an die Auferstehung Christi erinnern. ausgeblasenen Eiern gibt es im Burgendland auch den Brauch von geritzten Eiern. Dabei werden mit scharfen Messern feine Muster in bunt gefärbte Eier geritzt- auch „Stinatzer Ostereier“ genannt. Am Osterwochenende erfreuen sich Kinder dann bei der Suche nach versteckten Ostereiern und kleinen Osternestern, oftmals gefüllt mit bunten Eiern und schokoladigen Ostereiern und Schokoladenhasen. Gemeinsam wird dann die schmackhafte Osterjause mit leicht süßlichem Osterbrot, belegt mit geselchten Osterschinken, geriebenen Kren und hart gekochten Eiern genossen.